Jetzt wehrt sich einer gegen das “Verschleudern” der Gnadengaben Gottes
Mein Leserbrief zum unten genannten Beitrag:
Also ich finde es richtig, wenn Kommunionen, Firmungen, Hochzeiten, Beichten etc. nicht einfach zugelassen werden, wenn die beteiligten Personen die Grundlagen dafür nicht mehr aufbringen wollen. Die Sakramente sind eben keine übliche Handelsware und Massenware, die man im Billigladen - oder Stehcafe erhalten kann.
Der Empfang von den Sakramenten bedarf schon einer wichtigen Vorbereitung. Wer dies nicht mehr will, also Gott und Seine Gaben nicht mehr ernst nimmt, sollte ausgeschlossen werden.
Vielleicht haben jetzt alle Beteiligten Gelegenheit einmal nachzudenken, das KKK zu lesen, mit Gott selbst ins Gespräch gehen... zu prüfen ob sie an der Stelle des Erzbischofs nicht tatsächlich genau so gehandelt hätten, wenn sie so was vorfinden.
Natürlich gibt es Andersdenkende, aber nehmen sie überhaupt noch wahr, dass Gott vielleicht damit entehrt, beleidigt, entwürdigt wird...
Wenn der Erzabt von St. Peter nun blindlings anders handelt, muß er selbst das auch verantworten. Ich glaube ein Pater Pio, ein Pfr.v. Ars u.ä. hätten es dem Erzbischof Eder gleich getan.
Wir müssen zur Heiligkeit zurückkehren. Wer meint, dass dies nicht erforderlich ist, hält den Griff zur Höllentür schon in der Hand. Ob das gewollt ist, dürfte jeder sich selbst fragen.
Gruß & Segen
Br.Johannes-Marcus
Erzbischof Eder von Salzburg sagt eine Firmung ab und fordert anspruchsvollere Richtlinien für die Sakramenten-Spendung
Von Stephan Baier
Salzburg (DT) Anspruchsvollere Bedingungen und neue Richtlinien für die Spendung der Sakramente fordert der Erzbischof von Salzburg, Georg Eder, im Gespräch mit der “Tagespost”. Die Sakramente würden heute weitgehend als bloße Verschönerung von Lebens- und Familienfeiern betrachtet und ihr übernatürlicher, gnadenhafter Charakter sei weitgehend aus dem Blick geraten, bedauert der Erzbischof: “Die Leute wollen nur schöne Feste feiern.” Die Bischöfe hätten dieser Entwicklung jahrelang widerstandslos zugesehen, meint Eder. Wörtlich sagte der Erzbischof von Salzburg im Gespräch mit dieser Zeitung: “Wir handeln ständig gegen das Kirchenrecht, das viel strengere Maßstäbe für die Zulassung zu den Sakramenten stellt.”
Ein Beispiel dafür, das Eder selbst durchlitten hat, war der in Österreich großes Aufsehen erregende “Fall Hausberger” Ende des vergangenen Jahres. Der Erzbischof hatte einen katholischen Pfarrer suspendiert, weil dieser mit einem methodistischen Amtsträger interzelebriert hatte. Trotz mehrfacher Mahnungen von Nuntius Squicciarini seien andere Diözesanbischöfe seinem Beispiel nicht gefolgt, und die Bischofskonferenz habe sich nur halbherzig hinter ihn gestellt, erzählt Eder. Im Gegensatz dazu hatte Kardinal Ratzinger in Rom deutlich für die Entscheidung des Erzbischofs Position bezogen (“Die Tagespost” berichtete ausführlich). Eder nannte gegen- über dieser Zeitung nun mehrere konkrete Fälle von Interzelebrationen in anderen Diözesen, die folgenlos blieben. Dabei geht es dem Erzbischof keineswegs um das Abstrafen von Pfarrern, sondern um die Würde des Sakramentes: Es gehe darum, die “Messe zu retten”, sie nicht zu einem menschlicher Beliebigkeit ausgelieferten Mahl verkommen zu lassen.
Der Heilige Geist dringt so tief ein, wie wir ihn lassen
“Die Eucharistie ist der Knackpunkt”, sagt Erzbischof Eder: Wenn der Glaube an die wirkliche Gegenwart Christi in der Eucharistie falle, dann bröckle auch der Glaube an die Auferstehung und an die wesenhafte Göttlichkeit Jesu Christi. “Es gibt Priester, die nicht mehr an die Eucharistie glauben und dennoch zelebrieren”, sagt Eder und nennt dies “eine große Sünde”. Solche Priester würden Gott, sich selbst und die Gemeinde belügen. Im so genannten Fall Hausberger habe er deshalb das Gefühl gehabt, er müsse “Halt schreien”, erinnert sich Erzbischof Eder.
“Halt!” geschrieen hat der Erzbischof von Salzburg nun auch bei der geplanten Firmung in Grödig, die derzeit österreichische Medien beschäftigt. Als leidenschaftlicher Seelsorger besucht der Erzbischof seit Jahren vor jeder von ihm vorgenommenen Firmspendung die Kandidaten, um ihnen eine Katechese zu halten. So auch in diesem Fall. Doch zum ersten Mal gelang es ihm, der “an sich immer einen leichten Zugang zu den Kindern” hat, nicht, ein Gespräch mit der versammelten Schar der Jugendlichen aufzubauen.
Der Ortspfarrer habe an dem Gespräch überhaupt nicht teilgenommen, der vor den Firmlingen sprechende Pastoralassistent sei von den Firmkandidaten schlicht ignoriert worden, berichtet der Erzbischof. Ihm selbst sei ein Gespräch mit den Kindern, die nicht zur Ruhe zu bringen waren, einfach nicht gelungen. Zuvor hatten die Eltern jede Mitwirkung an der Firmvorbereitung verweigert. Eder sagt, er wäre bereit gewesen, in Einzelgesprächen und vor allem in der Beichte die Jugendlichen einzeln vorzubereiten, doch am Vorabend der geplanten Firmung einer offensichtlich nicht disponierten und uninteressierten Gruppe gegenüberstehend, konnte der Erzbischof die Spendung des Sakramentes im Gewissen nicht verantworten. Eder sagte ab. Zwar spendete die Firmung daraufhin der Erzabt von St. Peter, doch ist die Aufregung über die Entscheidung Eders war dennoch groß.
Dabei drohte das eigentliche Anliegen des Erzbischofs von Salzburg übersehen zu werden: Eder wehrt sich gegen ein “Verschleudern” der Sakramente. Er will in Erinnerung rufen, dass die Sakramente Gnadengaben, Geschenke Gottes sind. Deshalb habe niemand ein “Recht” auf Weihe oder auf die Eucharistie. Eder berichtet von einem wiederverheirateten Geschiedenen, der ihm gegenüber nach “mehr Rechten” verlangte, und dem er antwortete: “Sie brauchen nicht mehr Rechte, sondern mehr Gnade!"” Die Quellen der Gnade seien bei der Eucharistie das Opfer, die Kommunion und die Anbetung. Zwei dieser drei Quellen, nämlich Opfer und Anbetung, seien auch den wiederverheirateten Geschiedenen zugänglich. Wenn man den Begriff und das Bewusstsein für die Wirklichkeit der Gnade tilgen wolle, müsse man “den ganzen Paulus streichen”. Dann aber könne man auch die gnadenhafte Wirklichkeit der Sakramente nicht mehr verstehen. Es geht dem Erzbischof von Salzburg weniger um Sakramententheologie, sondern um ein höheres Niveau der Sakramentenpastoral, also nicht darum, das konkrete Glaubenswissen sensationell zu steigern, sondern um eine Disposition, in der die Empfänger des Sakramentes dieses Geschenk Gottes “gläubig vertrauend annehmen”.
Die Wirkung des Firmsakramentes versucht Erzbischof Eder den Firmlingen oft durch den Vergleich mit der Salbe zu erklären, um dann zu fragen: “Wie tief dringt der Heilige Geist bei der Firmung ein?” Eders Antwort: “Der Heilige Geist kann so tief eindringen, wie wir ihn lassen.” Die Spendung des Firmsakramentes ohne ein Minimum an innerer Disposition sei deshalb unfruchtbar. Der Salzburger Oberhirte berichtet von Eltern, die in der Kirche für einen bestimmten Erstkommuniontermin demonstrieren und von einem Vater, der drohte, aus der Kirche auszutreten, falls der Pfarrer sein Kind nicht an einem bestimmten Tag taufe. “Die Eltern versagen vielfach”, meint Eder, der nichtsdestoweniger seine Hoffnungen vor allem auf die Eltern setzt: “Wir müssen die Verantwortung der Eltern wachrufen.” Über den Zustand des Religionsunterrichtes macht sich der Erzbischof keine Illusionen. Zwar gebe es unter den Religionslehrern “viele gute Leute”, doch hätten die Religionsbücher schwere Defizite. Fünf Jahre lang hat Erzbischof Eder versucht, auf die Religionsbücher in Österreich im Sinn der katholischen Glaubenslehre Einfluss zu nehmen – und dann resigniert. “Den Kindern wird der Glaube erspart”, sagt der Erzbischof von Salzburg schulterzuckend.
Der Gnade keinen Widerstand entgegensetzen
Für einen würdigen Empfang der Erstkommunion ist nach Ansicht des Erzbischofs deshalb kein Verlass auf die Lehrpläne, “die in einer Korrelationsmethode die eigentlichen Themen umkreisen”. Eder berichtet von einer Lehrerin, die sich darüber empört habe, dass sich “die Kirche in die Erstkommunionvorbereitung einmischt”. Schließlich sei die Erstkommunion ein Fest der Schule, meinte diese Lehrerin. Der Erzbischof hält dagegen eine Erstkommunionvorbereitung nur dann für fruchtbar, wenn der Pfarrer die Tischmütter vorbereitet und instruiert, damit sich deren Tätigkeit nicht auf Bastelnachmittage beschränkt. Eine Entflechtung von Erstbeichte und Erstkommunion hält Erzbischof Eder für sinnvoll, “weil die Beichte immer zu kurz kommt”. Er könne sich ein Modell vorstellen, nach dem die Kinder in der zweiten Klasse auf die Beichte, in der dritten auf die Erstkommunion und in der vierten auf die Firmung vorbereitet werden. Im Gegensatz zu manchen Pastoraltheologen, die die Firmung ins frühe Erwachsenenalter verschieben wollen, plädiert Eder im Gespräch mit der “Tagespost” für ein niedrigeres Firmalter, “weil Kinder offener sind und der Gnade keinen Widerstand entgegensetzen”.
Neue und anspruchsvollere Bedingungen wünscht sich der Erzbischof von Salzburg auch für die Kindertaufe: Man solle die Eltern zu einem etwa sechsmonatigen Katechumenat einladen. Allerdings müsse es auch einen “kürzeren Weg mit einer Minimal-Förderung” geben. Besonders schwierig sei eine Verbesserung der Ehevorbereitung, auch angesichts rapide sinkender Trauungszahlen. Wie Bischof Klaus Küng, der in der Österreichischen Bischofskonferenz Referent für die “Familien” ist, hält es auch Erzbischof Eder für wahrscheinlich, dass “etwa ein Drittel oder mehr” der kirchlich geschlossenen Ehen annullierbar wären. Vor dem Altar sei es für eine Belehrung über das Ehesakrament zu spät und beim Ausfüllen des Brautprotokolls werde “oft gelogen, weil sie halt heiraten wollen”, meint der Erzbischof. Die Kirche müsse deshalb für eine intensivere Vorbereitung werben, weil ihr an jeder Ehe liege und sie jedem Paar helfen wolle.
Abschied von der Illusion der Volkskirche
Nichts hält Erzbischof Eder von Überlegungen, die sonntägliche Messe durch Wortgottesdienste zu ersetzen. Zwar werde es insgesamt weniger Messen geben, die an den Wochentagen auch durch Anbetungen – möglichst vor dem ausgesetzten Allerheiligsten – und andere Gottesdienstformen ersetzt werden sollten, doch am Sonntag müsse man den Gläubigen schon zumuten dürfen, notfalls einige Kilometer zu fahren, um zur Eucharistiefeier zu kommen. Ein großes Anliegen ist dem Erzbischof von Salzburg die Verbreitung der eucharistischen Anbetung, nicht nur, weil diese – im Gegensatz zur oft politisch instrumentalisierten Messe – “nicht missbraucht” werden könne, sondern weil sie das “Koordinatensystem” wieder zurechtrücke. Das rechte Koordinatensystem ist für Eder die Gestalt des Kreuzes, bestehend aus einer Horizontalen und einer Vertikalen, wobei er sich beeilt, hinzuzufügen, dass es ihm um die Betonung der Vertikalen gehe: “Die Horizontale haben wir eh schon ausgelebt!”
Der Erzbischof hält große Stücke auf die neuen geistlichen Bewegungen, die ihn, wie er selbst formuliert, oft an den “Heiligen Rest Israels” erinnern. Anspruchsvolle Jugendliche, die in ihren Pfarrgemeinden oft schwer Heimat fänden, würden hier “eine ganz andere Art des Betens” lernen. Der Erzbischof hofft, dass diese geistlichen Gemeinschaften wie “Kraftquellen” in die Gemeinden hineinwirken und appelliert an die Mitglieder dieser Gemeinschaften, sich auch in ihren Pfarrgemeinden zu engagieren, “auch wenn ihnen der Stil nicht passt”. Vielleicht, so resümiert Erzbischof Georg Eder im Gespräch mit der “Tagespost”, müsse die äußere Fassade der heutigen Volkskirche zuerst zusammenbrechen, um die erneuerte Kirche Jesu Christi wieder sichtbar werden zu lassen. Wörtlich spricht Erzbischof Eder vom “Abschied von der Illusion einer Volkskirche”. Es gelte jenseits der rein äußerlichen Fassaden geistliche Zentren zu schaffen, wo die nach Gott hungernden Menschen unserer Zeit geistliche Nahrung finden können.
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